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Autor Thema: Mit Gentechnik gegen die Hundehaufen
Dogangel
Dogangel
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Neues Kontrollgerät kann Tierhalter identifizieren
Vom 01.04.2004

WIESBADEN (mt) Die Stadt Wiesbaden will in Zukunft energisch gegen Hundebesitzer vorgehen, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auf Bürgersteigen, Straßen und Rasenflächen einfach liegenlassen: Mit einem neuentwickelten Gerät, das auf der Gentechnik basiert, ist es möglich, aus dem Hundekot Rückschlüsse auf den Besitzer des Tieres zu ziehen und diesen zu belangen.
Die Initiative für mehr Sauberkeit in der Stadt geht vom Wiesbadener Gesundheitsamt aus. Nach Angaben von Dr. Lothar Wendel, Leiter der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin, haben sich in letzter Zeit die Klagen von Bürgern über die Sauerei auf den Straßen massiv gehäuft. Grund gibt es genug: Etwa 270 000 Hundehaufen, so Wendels Schätzung, werden in Wiesbaden Jahr für Jahr auf öffentlichen Flächen abgesetzt - unter den Augen der Hundebesitzer. Zwar gibt es die städtische Ordnungssatzung, die für Hundekot ein Bußgeld von 35 Euro pro Haufen vorsieht. Doch war dies bislang mangels Kontrollmöglichkeiten eine stumpfe Waffe. Es gebe sogar Hinweise, dass Hundebesitzer ihrem Liebling antrainiert haben, beim Anblick eines Hilfspolizisten mit dem Geschäft innezuhalten und erst loszulegen, wenn der Hipo um die Ecke verschwunden ist.

Ein Härchen genügt zur IdentifizierungDamit ist nun Schluss, freut sich Dr. Wendel: Die Hilfspolizisten werden Zug um Zug mit handlichen GLK-Geräten ausgestattet. GLK steht für "Gentechnische Laser Kotierung". Das Prinzip ist einfach: "Wenn der Hund für die Steuer registriert oder beim Tierarzt geimpft wird, wird ein kleines Fellhärchen entnommen. Daraus können die gentechnischen Merkmale ermittelt werden." Diese Merkmale, die von Tier zu Tier unterschiedlich sind, werden im Zentralcomputer des Ordnungsamtes gespeichert und auf den Mikrochip des GLK gegeben. Zugeordnet sind die Daten des Hundehalters.

Da Hundekot immer Genspuren des verursachenden Tieres enthält, können nach dem Prinzip der gentechnischen Fingerprintmethode auf Laserdissoziationsbasis die Daten dann direkt vor Ort abgerufen werden, wenn der Hilfspolizist den Hundehaufen mit dem GLK anpeilt. Er muss sich der stinkenden Hinterlassenschaft dabei nur auf etwa 1,50 bis 2 Meter nähern - ein Aspekt, auf den der städtische Personalrat größten Wert legte.

Das in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt entwickelte Kotierungsgerät funktioniert unabhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie der Art des Hundefutters. Auch wenn der Hund versehentlich Katzenfutter gefressen hat, versichert Wendel, sind die ermittelten Werte zuverlässig.

"Die Hundebesitzer können sich nun nicht mehr herausreden", meint der Umweltmediziner: Die Bußgeldbescheide über 35 Euro werden unverzüglich verschickt.

Von der neuen Sauberkeit auf Wiesbadens Straßen erhofft sich die Stadt nicht zuletzt einen Aufschwung des Tourismus. Eine Umfrage bei in- und ausländischen Besuchern hat nämlich ergeben, dass der Hundekot als das störendste Merkmal der hessischen Landeshauptstadt empfunden wird.

http://www.main-rheiner.de

Beiträge: 11131 | Von: Hamburg | Registriert seit: Sep 2002  |  gespeichert: 213.39.150.11 | Diesen Beitrag einem Moderator melden
   

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