Montpellier (ddp). Ein neuer Impfstoff könnte künftig bei bestimmten Nahrungsmittelallergien helfen. Bei Versuchen an Hunden konnte der Impfstoff allergische Reaktionen bis zu drei Monate lang reduzieren oder ganz unterbinden. Die Substanz besteht aus Erdnüssen, Milch oder Weizen und einem abgetöteten Bakterium, berichten Dale Umetsu von der Universität in Stanford und seine Kollegen in der Fachzeitschrift «Allergy» (Online-Ausgabe vom 12. November).
Mit dem Impfstoff wurden neun Hunde behandelt, von denen vier eine Erdnuss- und fünf eine Milch- und Weizenallergie hatten. Zehn Wochen, nachdem die Tiere geimpft worden waren, vertrugen sie sehr viel mehr dieser Lebensmittel, bis sie eine allergische Reaktion zeigten.
Die von dem Forscherteam um Umetsu entwickelten Impfstoffe bauen auf der so genannten Hygiene-Hypothese auf. Nach dieser Theorie führen die hygienischen Lebensbedingungen in den modernen Industriestaaten zu einer Zunahme von Allergien, weil zu viel Hygiene Infektionen verhindert, die nötig sind, um Menschen vor Allergien zu schützen.
Das im Impfstoff eingesetzte Bakterium kann lebend Magen-Darm-Infektionen auslösen, als Teil des Impfstoffes ruft es allerdings nur eine Immunreaktion hervor. So soll das Immunsystem angekurbelt werden, damit es so den Körper wieder besser vor Allergien schützen kann.
Bevor der Impfstoff an Menschen getestet werden kann, sollen jetzt weitere Studien zeigen, ob es bei den geimpften Hunden zu unerwarteten Problemen kommt. Es sind die ersten Tierversuche, bei denen Nahrungsmittelallergien nicht nur bei Mäusen erfolgreich behandelt wurden.
Eine erfolgreiche Behandlungsmethode derartiger Allergien für Menschen gibt es noch nicht. Bei diesen Unverträglichkeiten können schon kleinste Mengen der Lebensmittel zu einer allergischen Reaktion bis hin zum tödlichen anaphylaktischen Schock führen. Kritisch ist vor allem eine Allergie auf Erdnüsse und Milch, da diese Lebensmittel in vielen Produkten vorkommen.