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Tierklinik Baab in Alzey setzt auf modernste Technik / Gezielteres Vorgehen bei Operationen
Vom 13.11.2004 Von unserer Redaktionsmitglied Dagmar Seidel
Platt liegt der braun-weiß gescheckte Hund auf dem großen Tisch. Sein Körper ist auf ein weißes Kissen gebettet, Papiertücher liegen bereit. Sein Kopf steckt in einer Art Helm, durch einen Schlauch wird er beatmet, die rosa Zunge hängt locker aus seinem Maul. Ganz entspannt ruht der Vierbeiner dort: Die Narkose hat ihn in einen tiefen Schlaf versetzt.
Der ist auch nötig, denn der Hund wird kernspintomografisch - auch Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) genannt - untersucht. Dabei erzeugt das Gerät leise Klopfgeräusche, die die Tiere erschrecken würden. Oberste Bedingung für eine aussagekräftige Untersuchung ist aber, dass die Tiere regungslos liegen bleiben. "Man legt sie schlafen", heißt es im medizinischen Fachjargon.
Das Gerät hat die Tierklinik Baab in Alzey erst vor acht Wochen angeschafft. "Viel Geld" habe es gekostet, sagt Dr. Ulrich Baab. Dafür sei man in Deutschland die sechste Tierklinik, die diese Installation habe. In den USA sei das schon seit zehn Jahren gängige Praxis, so Baab. Überhaupt versuche man, mit den Entwicklungen in der Humanmedizin mitzuhalten. Vielfach treten nämlich ähnliche Krankheiten auf, die "Baupläne" seien weitestgehend gleich. Vom Wellensittich bis zum Irischen Wolfshund wird in der Tierklinik alles behandelt.
Mit der MRT können Erkrankungen aufgedeckt werden, die andere Techniken nicht erkennen können. Dazu gehören insbesondere Schädigungen oder Verletzungen der Wirbelsäule, der Gelenke oder des Gehirns. Weiterer Vorteil: Anders als bei Röntgenaufnahmen sind die Strahlungen nicht schädlich. Damit die Untersuchung nicht durch Radiowellen gestört wird, steht die ganze Apparatur zur Hochfrequenzabschirmung in einem grauen Kasten.
"Unser" Hund leidet an epileptischen Anfällen, deren Ursachen unklar sind. Die Behandlung dauert etwa 45 Minuten, danach wandert das Tier in ein Wärmebett in die Aufwachstation. Als Diagnose kann später eine primäre Epilepsie gestellt werden. "Die Chancen sind gut, dass wir das mit Medikamenten in den Griff bekommen", sagt der Tierarzt. "Zum Glück konnten keine schlimmeren Dinge wie Knoten oder Entzündungen im Gehirn festgestellt werden."
Die Leute seien von der Methode begeistert, freut sich Dr. Baab. "Die Tiere haben weniger Schmerzen und sind schneller wieder auf den Beinen, weil wir gezielter operieren können." Außerdem: "Wenn es einem Tier nicht gut geht, leidet die ganze Familie darunter."
Rund 300 Euro kostet diese Untersuchung. Plus Narkose und, wenn nötig, Operation sowie Medikamente.