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Michael Begall, der in diesen schwierigen Tagen das Tierheim leitet, wendet sich hier an alle besorgten Berliner
Tierheimleiter Michael Begall, 49 Foto: Tollkuehn Berlin - Der Skandal um das Tierheim am Hausvaterweg. Nach den Vorwürfen um veruntreute Gelder und Gerüchten um getötete Welpen sind viele Berliner verunsichert: Was ist mit den Hunden und Katzen? Wohin sind die Spendengelder geflossen? Die BZ am Sonntag sprach gestern mit Tierheimleiter Michael Begall. Er führt die Anlage in Hohenschönhausen. Begall: "Ich versichere den Berlinern - Den Tieren geht es gut." Und was ist mit angeblich an Labore verkauften Hunden? Begall energisch: "Das ist völliger Unsinn." Und weiter: "Wir päppeln hier selbst schwerkranke Tiere noch auf. Und wenn unser Heim voll ist, fahren wir die Kampfhunde in andere Heime. Diesen Aufwand würde wohl niemand betreiben, der die Tiere töten will."
Ex-Tierheim-Chefin Carola Ruff: "Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen", wird sie in der "Berliner Morgenpost" zitiert. Sie sei empört über die Vorwürfe, die gegen die gesamte Führungsriege des Tierheims erhoben werden. "Und ich bin sehr traurig, daß man uns das überhaupt zutraut nach den vielen Jahren Arbeit für den Schutz der Tiere." Der Urlaub sei keine Flucht aus Berlin, sondern seit Monaten geplant gewesen, sagte sie. "Ich lebe hier in einem bescheidenen Haus mit guter gesundheitlicher Betreuung", so Ruff weiter. "Von Spendensummen, die ich angeblich außer Landes gebracht habe, hätte ich mir bestimmt etwas Besseres geleistet. Ich hatte überhaupt keine Unterschriftsvollmacht, selbst eine Briefmarke für 55 Cent mußte eingetragen werden", so Ruff.
Trotz der Querelen läuft der Tierheim-Betrieb normal weiter. Michael Begall appelliert an die Berliner: "Wir haben im Moment viele Tiere. Bitte spenden Sie weiter, wir brauchen das Geld dringend." Den 16 500 Mitgliedern des Tierschutzvereins ging gestern ein Brief zu, in dem Präsident Wolfgang Apel eine lückenlose Aufklärung versricht.
Der zurückgetretene Vorstand und deren Vertraute wollen jetzt aber offenbar zurückschlagen. So mehreren sich Stimmen im Tierschutzverein Berlin, die einen Mißtrauensantrag gegen ihren eigenen Präsidenten Apel stellen wollen. Sie unterstellen Lügen und Intrigen. Ex-Geschäftsführer Volker Wenk zur BZ am Sonntag: "Was ich über Herrn Apel weiß, ist nicht gut. Aber ich warte die Ermittlungen ab." Anfang der Woche will Wenk sich mit seinen Anwälten beraten.