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2. Wesenstest: Pitbull griff auch dieses Mal einen Kinderwagen an, ließ sich kaum bändigen. Wird das Tier eingeschläfert?
Von Florian Kain
Es war der Tag der Wesenstests im Tierheim Süderstraße. Gestern nachmittag wurden Schäferhund Krümel (er hatte einem kleinen Mädchen ins Gesicht gebissen), Hovawart Arpad (im Zwinger wegen eines Angriffs auf eine Joggerin) und Staffordshire-Bullterrier-Mischling Peppi mit alltäglichen Belastungssituationen konfrontiert. Ziel: Herausfinden, ob die Hunde ruhig bleiben. Ob sie vielleicht eine Chance auf Resozialisierung haben.
Auf Wunsch von Tierheim-Chef Wolfgang Poggendorf erfolgten die Tests unter Aufsicht von Dr. Dorit Feddersen-Petersen (Institut für Haustierkunde an der Universität Kiel): "Nachdem das Oberverwaltungsgericht und einige Amtstierärzte an der Aussagekraft unserer Ergebnisse zweifeln, war es mir wichtig, die Erfinderin dieses in halb Europa anerkannten Prüf-Verfahrens dabeizuhaben", sagte Wolfgang Poggendorf. Die bekannte Hundeforscherin hatte sich auch bereiterklärt, den Wesenstest bei Hamburgs gefährlichstem Hund - Pitbull Sugar - zu wiederholen.
Der Test verlief eindeutig: Als die Mitarbeiter des Tierheims mit einem Kinderwagen vorbeigingen, aus dem Säuglingsgeräusche kamen, geriet das angeleinte Tier außer Rand und Band. Selbst die Experten hatten Angst, konnten Sugar kaum kontrollieren.
Immer wieder versuchte die Hündin, sich den Maulkorb abzustreifen, den Wagen umzuwerfen und schnappte sogar nach einem Bein von Dorit Feddersen-Petersen. Die Expertin sagte nachher, derartiges habe sie noch nie zuvor erlebt. Auch in anderen Situationen (bei einem vorbeilaufenden Jogger und einer fingierten Schlägerei) war Sugar extrem erregt, während Krümel im Beisein seines Besitzers Heinrich Berlet zumeist recht gelassen reagierte, ähnlich wie der Hovawart Arpad. Die Kieler Forscherin will die Videoaufzeichnungen in den nächsten Wochen genau auswerten. Dann müssen die Amtstierärzte entscheiden, ob die Tiere eingeschläfert, neu vermittelt oder zurückgegeben werden.