Unterhaus setzt sich trickreich durch Die Hatz mit Hundemeuten auf Fuchs und Hase soll in Großbritannien von Februar an verboten sein. Nach jahrelangen Debatten setzte sich das Unterhaus jetzt durch. Mit der Fuchsjagd endet in Großbritannien eine lange Tradition, die so englisch empfunden wird, wie warmes Bier und Nieselregen über dem Kricketfeld. Wie die weißen Klippen von Dover gehörten die Rotröcke, die hoch zu Ross hinter den Hunden über grüne Felder sprengen zur Farbpalette des Königreiches. Sieben Jahrhunderte lang währte dieser seltsame Brauch, sieben Jahre lang tobte der Streit um die Abschaffung der Fuchsjagd, und sieben Stunden währte das Gerangel zwischen den beiden Häusern des britischen Parlaments, bis das Unterhaus schließlich die Jagdfreunde "ausfuchste". Die Mehrheit der "Peers" im Oberhaus - die ungewählte Kammer der Aristokraten und geadelten Persönlichkeiten - wollte das Gesetz wieder zurückweisen. Doch das Unterhaus verhindert dies mit einem äußerst selten angewandten Verfahren, dem "Parliaments Act". Dadurch kann der Wille des Oberhauses ignoriert werden, wenn die Lords wiederholt die Passage eines Gesetzes blockieren. Dabei hatte Tony Blairs Regierung dem Oberhaus wieder einen Kompromiss angeboten, durch den das Gesetz erst in zwei Jahren in Kraft treten sollte. Blair hoffte dadurch, dass sein Wahlkampf, der vermutlich im Frühjahr beginnt, nicht durch Massendemonstrationen überschattet wird. Nun werden die Fuchsjäger die Gerichte bemühen: Ihrer Meinung nach verstößt ein Verbot des Rechts, Füchse durch Hunde zu zerfleischen, gegen die Menschenrechte. Wenn sie juristisch keinen Erfolg haben sollten, wollen militante Jagdfreunde mit "bürgerlichem Ungehorsam" reagieren. Zum Beispiel, indem Strom- und Wasserversorgern der Zugang zu Hochspannungsleitungen und Reservoirs verwehrt wird, die in Jagdgebieten liegen. Als schlimmste Konsequenz drohen sie damit, dass die nun "arbeitslosen" Pferde und Hundemeuten abgeschlachtet werden. Kommentar HENDRIK BEBBER