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Unfall-Studie: "Kommissar Rex" beißt am öftesten 07.05.2005
GRAZ (sitt). Fußball spielen, Inline-Skaten, Rad fahren; dazu Spielplatz-Situationen auf Schaukel und Rutsche sowie Hundebisse: So sieht das Ranking der häufigsten Unfallursachen für Kinder bis 14 Jahre aus.
Das erste österreichische Kinderunfall-Forschungszentrum in Graz hat mit der Initiative "Große schützen Kleine" seit zwei Jahren fast 10.000 Kinderunfälle analysiert. Wichtigste Erkenntnis: Unfälle lassen sich leicht vermeiden. "Durch aktive Unfallverhütung gehen die absoluten Fallzahlen seit Jahren stark zurück", berichtet Projektleiter Michael Höllwarth. So sind Radspeichenunfälle selten, seit alle Kindersitze Fuß-Halterungen haben. Dennoch bleibt die Gefahr: Mehr als 50 Prozent der Todesfälle bei Kindern werden durch Unfälle verursacht (zum Vergleich: rund 20 Prozent durch Kinderkrebs). Unfälle sind auch die zweithäufigste Ursache für Kinderkrankheiten (nach Infektionen). "Unfallverhütung ist damit gesellschaftspolitisch ein vordringliches Thema", so Höllwarth.
Einige Ergebnisse der Langzeitstudie: Jugendliche Moped- und Radfahrer sind einem besonders großen Unfallrisiko ausgesetzt. "Wer mit 10 Jahren den Fahrradschein oder mit 15 den Mopedführerschein macht, fühlt sich sicher, obwohl seine Fahrkenntnisse unzureichend sind", berichtet der Leiter des Grazer Forschungszentrums, Johannes Mayr. Die Ärzte fordern bessere praktische Fahrkenntnisse in der Ausbildung.
Eine Spezialstudie über Hundebisse wartet mit Überraschungen auf: Die mit Abstand bissigste Hunderasse ist der beliebte Schäferhund. "Nur 13 Prozent aller 600.000 heimischen Hunde sind Schäferhunde. Auf ihr Konto gehen aber 37 Prozent aller Biss-Unfälle", resümiert Studienautor Johannes Schalamon. Dies deckt sich mit internationalen Forschungen. Je kleiner das Kind, desto größer das Risiko - am häufigsten werden 12 Monate alte Kinder gebissen. Schalamon: "Man muss über eine verpflichtende Hundeschule nachdenken."