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Pitbull: Politiker und Tierschutzverein kritisieren neuen Wesenstest des Kampfhundes.
Zum dritten Mal ist Sugar, nach Expertenmeinung Hamburgs gefährlichster Hund, am Freitag einem Wesenstest unterzogen worden. Das geschah auf Anordnung des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts. Die Öffentlichkeit sollte von dem Termin offenbar nichts erfahren. Außer einer Tierärztin, die den Test mit dem Pitbull-Mischling auf dem Gelände des Tierheims Süderstraße durchführte, waren keine weiteren Experten dabei. Dieses Verfahren wird von Politikern und Wolfgang Poggendorf, dem Geschäftsführer des Tierschutzvereins, scharf kritisiert.
Poggendorf sei die Anwesenheit bei dem Test durch die Tierärztin untersagt worden. Zum Abendblatt sagte er: "Es ist unglaublich, daß dieser Wesenstest zu einer geheimen Kommandosache erklärt wurde. Die Öffentlichkeit hat bei einem gemeingefährlichen Hund wie Sugar das Recht darauf, informiert zu werden. Da entsteht schnell der Eindruck, daß etwas vertuscht werden soll." Deshalb forderte Poggendorf sofort nach Beendigung des Tests eine Blutuntersuchung des Hundes: "Aber das hat die Tierärztin bereits von sich aus vorgenommen. Allerdings wollen wir die Ergebnisse sehen - vielleicht stand der Hund unter Beruhigungsmitteln."
Hündin Sugar hatte bereits zwei Tests nicht bestanden. Seit mehr als einem Jahr ist das aggressive Tier an der Süderstraße untergebracht. Kosten dafür nach Angaben Poggendorfs: Rund 7600 Euro, davon etwa 4000 Euro aus Steuergeldern. Dem Besitzer des Tieres ist die Haltung untersagt, dagegen hat der Mann, der am Freitag erstmals beim Test dabei war, Widerspruch beim Bezirksamt Mitte eingelegt.
Auch Politiker kritisieren den neuerlichen Wesenstest: "Es ist eine Angelegenheit vom öffentlichen Interesse, schließlich kommt der Steuerzahler für die Kosten auf. Es ist skandalös, daß noch nicht einmal ein Beobachter des Tierschutzvereins teilnehmen durfte", sagt SPD-Innenexperte Andreas Dressel (30). CDU-Tierschutzexperte Michael Fuchs schlägt in dieselbe Kerbe: "Diese Geheimnistuerei ist eine Sauerei. Das Tier gehört eingeschläfert und nicht einer Reihe von sinnlosen Tests unterzogen."
Markus Schreiber (SPD), Bezirksamtsleiter Mitte, von dessen Amt der Auftrag für den Wesenstest erteilt wurde, verteidigt den Test: "Das Gericht hat ihn angeordnet, wir mußten dafür Sorge tragen, daß der Hund nicht durch äußere Einflüße beeinträchtigt wird."
Das Gutachten mit dem Ergebnis des Wesenstests wird Mitte Juni erwartet. Die neuerlichen Kosten werden vom Bezirksamt Mitte getragen. Die Zukunft des gefährlichen Kampfhundes bleibt weiter ungewiß. (ug)