ÜBERGRIFFE Politiker fordern jetzt Schlagstöcke, Handschellen und Pfefferspray für Hilfs-Sheriffs
R. GORNY Berlin - Seit neun Monaten sorgen sie auf Straßen und in Parks für Ordnung und Sicherheit: die Kiezstreifen der Bezirke. Doch immer häufiger werden sie Opfer von Schlägern und beißwütigen Hunden.
Der Park am Strandbad Weißensee, Mittwochnachmittag: Ein stark alkoholisierter Mann (43) lässt seinen Vierbeiner frei herumlaufen. Kinder springen ängstlich zur Seite, Rentner suchen das Weite. Weibliche Kiezpolizisten schreiten ein, werden vom Hund angefallen. Der Besoffene macht sich darüber noch lustig, brüllt: "Wenn ihr Geld braucht, müsst ihr auf den Strich gehen, ihr ..."
Körperverletzungen und Beleidigungen gehören fast zum Alltag der Kiezstreifen. Reinickendorfs Bürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) zum KURIER: "Die Außendienste der Ordnungsämter brauchen nicht nur Schlagstock und Pfefferspray, sondern auch zur vorübergehenden Festnahme Handschellen, bis die Polizei kommt ."
Peter Trapp (CDU), Chef des parlamentarischen Innenausschusses: "Die geplanten 300 Kiezpolizisten sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir fordern 500, damit sie in der ganzen Stadt präsent und schlagkräftig sein können."