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oberweser / osnabrück. Die 19 überlebenden Hunde aus Weißehütte sind offenbar in Sicherheit. Wie das Deutsche Tierhilfswerk DTHW gestern mitgeteilt hat, sind die Huskys den zuständigen Behörden in Osnabrück übergeben worden. Mitarbeiter des DTHW hätten den 30-Jährigen Hundehalter davon überzeugen können, die Tiere abzugeben.
Die Tiere befinden sich jetzt in Pflegestellen, werden tierärztlich versorgt und könnten sich nun endlich von den Strapazen erholen.
Der Fall der toten Hunde von Weißehütte bei Oberweser hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Vorvergangenen Mittwoch hatten Mitarbeiter des DTHW ,in einem abgestellten Anhänger 30 eingepferchte Schlittenhunde - darunter etliche Welpen gefunden. Elf Tiere waren tot - sie waren unter der sengenden Sonne qualvoll eingegangen.
Anfang dieser Woche hatten die Tierschützer auf dem verlassenen Grundstück an der Weser einen weiteren toten Welpen entdeckt. Dabei ergab sich, dass dem jungen Hund das Genick gebrochen worden war.
Der 30-jährige Besitzer der Hunde war einen Tag nach dem grausigen Fund aus Weißehütte geflüchtet. Das stellte sich heraus, als das Veterinäramt des Landkreises Kassel am Freitagmorgen die Tiere, die die Sonnenglut im Anhänger überlebt hatten, beschlagnahmen wollte.
Das DTHW spürte den Mann, der die Hunde für Schlittenhunde-Rennen hält, einige Tage später auf dem Hof seiner Eltern in Voltlage bei Osnabrück auf. Dort betreibt der Vater des 30-Jährigen eine Hundezucht.
John F. Pyka, Regionalbetreuer beim DTHW, hatte sich zuvor einen Eindruck von dem "erbärmlichen Zustand der Zwinger" in Voltlage verschafft. Der Boden sei mit Fäkalien übersät gewesen.
In einem offenen Brief hatten sich die Tierschützer deshalb auch an das Regierungspräsidium Kassel gewandt, um die Beschlagnahmung der Tiere zu erwirken.
Recherchen haben ergeben, dass der 30-Jährige regelmäßig Welpen in Internet und Zeitschriften zum Verkauf angeboten hatte. Seine ehemalige Lebensgefährtin wirft ihm vor, in der Vergangenheit sowohl schwache weibliche Tiere, als auch Welpen getötet zu haben. Auch soll er ihr eine SMS geschickt haben, in der es sinngemäß hieß: "Wenn Du nicht zurückkommst, bringe ich die Hunde um". Der Kreis Emsland hatte gegen den Mann vor drei Jahren bereits ein lebenslanges Hundehalterverbot verhängt. Auch das Veterinäramt der Grafschaft Bentheim hat gegen ihn ermittelt.
Zwei der elf toten Huskies werden noch immer in einem Göttinger Labor auf ihre Todesursache hin untersucht. Nach Angaben von Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel, könne es noch bis zu zwei Wochen dauern, bis feststeht, ob die Tiere tatsächlich verdursteten. Sowohl der Kreis Kassel als auch das DTHW haben bei der Staatsanwaltschaft Kassel Strafanzeige gegen den 30-Jährigen erstattet. (GEH/HÄX)