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Keine Chance im aufgeheizten Auto / Polizei leitet Ermittlungen ein
Vom 30.06.2005 Von Heidi Sturm
Zwei Hunde sind am Sonntag in der Agricolastraße den Hitze-Tod gestorben. Die Tiere waren im Auto eingeschlossen und erlagen den Folgen hoher Temperatur. Die von Passanten alarmierten Beamten der Schutzpolizei hatten zwar noch die Autotüren geöffnet, die Hunde konnten jedoch nicht mehr gerettet werden.
Auf den Halter wird nun einiger Ärger zukommen, denn es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Hierbei gehe es nicht um ein Verwaltungsunrecht, sondern um einen strafrechtlichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, erläuterte Hauptkommissar Herbert Cörper, Leiter des zuständigen Kommissariats für Tierschutzangelegenheiten.
Mögliche Konsequenzen, die laut den Paragrafen drohen: Wer einem Wirbeltier ohne Grund länger anhaltende Leiden zufüge, könne mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren bestraft werden, so Cörper.
Ein Verstoß im Sinne des Strafrechts ist nach Wortes des Fachmanns nicht erst im schlimmsten Fall gegeben, sondern auch dann schon, wenn der Hund "nur eine Viertelstunde im heißen Auto gelassen wird". Bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen heize sich der Innenraum des Fahrzeugs schnell auf 55 Grad auf, so dass man die Qualen für das Tier leicht ermessen könne, sagte Cörper. Eine Anzeige, die durchaus mit einer Vorstrafe für den Verursacher enden kann, sei deshalb richtig.
Fälle wie den am Sonntag hat der Hauptkommissar bislang in diesem Jahr noch nicht erlebt, aber Tierheimsleiter Haagen Prinz bemerkt wieder einen deutlichen Anstieg dieser Gedankenlosigkeit. In diesem Sommer wurde er bereits zu einigen Einsätzen gerufen, die aber allesamt glimpflich ausgingen, weil die Besitzer noch rechtzeitig kamen, bevor das Fahrzeug zur Rettung des eingeschlossenen Tieres aufgebrochen werden musste.
"Bei diesen Temperaturen darf der Hund auf keinen Fall im Auto bleiben", warnt der Experte: Selbst bei offenem Fenster und einem Parkplatz im Schatten drohe dem Hund binnen einer Viertelstunde ein möglicherweise tödlicher Kreislaufkollaps. Auch "ein kurzer Sprung ins Geschäft" ist tabu, wenn das Tier im Auto bleibt. Aus den geplanten zwei Minuten werden schnell mehr, wenn sich Herrchen verplappert oder ihm möglicherweise selbst etwas zustößt. Den Hund sollte man deshalb in jedem Fall zu Hause lassen.
Auch beim Gassi gehen gibt es laut Prinz Temperaturen, bei denen man besser keinen Hund vor die Tür schickt. Die Spaziergänge solle man auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden legen, und mittags höchstens eine kurze "Pipi-Runde" drehen, rät der Tier-Experte. Die Auswirkungen der Hitze sieht er bei seinen eigenen Vierbeinern: "Wenn die normalerweise die Leine sehen, flippen die vor Begeisterung aus, aber jetzt drehen sie sich lustlos um".