Über den Hunde-Verhaltenstest, übers Steuersparen und über die tatsächliche Gefährlichkeit von so genannten Listenhunden sprach die WAZ mit Dr. Gabriele Kreickmann, zuständige Veterinärin der Stadt Dortmund.
WAZ: Frau Dr. Kreickmann, wo ist der Unterschied zwischen einem Wesens- und Verhaltenstest für Hunde?
Kreickmann: Ein Verhaltenstest überprüft den Hund in der Öffentlichkeit und in bestimmten Alltagssituationen. Zum Beispiel in engen, stressigen Situationen oder als Joggerbegleiter. Wir überprüfen, wie das Tier und der Mensch zusammen funktionieren. Der Wesenstest gibt eher Aufschluss über das gesamte Wesen eines Hundes.
WAZ: Wer hat diesen Verhaltenstest erarbeitet, gibt es eine Art DIN-Norm?
Kreickmann: Nein, eine vorgeschriebene Norm gibt es nicht. Wir haben den Test in enger Zusammenarbeit mit dem Verein für das Deutsche Hundewesen und mit dem Deutschen Verband für Gebrauchshunde erarbeitet. Das sind langjährige Profis.
WAZ: Wie viele Hundehalter werden wohl diesen Test machen, um einen günstigeren Steuersatz zu erhalten?
Kreickmann: Wir gehen von etwa 200 Haltern aus, genaue Daten erfassen wir hier nicht. Fest steht: Es kommt jede Menge Arbeit auf uns zu.
WAZ: Und wie viele Tiere werden diesen Test nicht bestehen?
Kreickmann: Das kann ich natürlich so nicht sagen, aber ich habe Erfahrungen mit den Tests zur Maulkorbbefreiung. Da sind es unter 5 Prozent der Hunde, die nicht befreit werden können. Also eine verschwindend geringe Zahl.
WAZ: Wenn doch so viele Kampfhunde als ungefährlich getestet werden, warum dann diese Panik vor den Tieren?
Kreickmann: Aus sachverständigen Sicht sind diese Rasselisten nicht zu halten. Das Problem liegt nicht am Tier, sondern am oberen Ende der Leine.
Das Interview führte WAZ-Mitarbeiterin Alexandra Trudslev