Der Streit um den Hamburger Kampfhund"Sugar" ging durch die Medien. Jetzt droht dem Chef des Hamburger Tierheims, in dessen Obhut das Tier war, Ärger. Gestern wurde er angezeigt. Der Vorwurf: Tierquälerei.
Die "beißwütige Bestie" Sugar beschäftigte die Hamburger Justiz über Monate. Bei den für Kampfhunde nötigen Wesenstests zerfetzte sie Kinderwagen, griff Personal an. Sie sollte eigentlich eingeschläfert werden, kam aber im Juni auf einen "Gnadenhof" - und entpuppt sich dort als "liebes Streicheltier".
Der vormalige Halter von Sugar beschuldigt Poggendorf, Sugar misshandelt zu haben, um einen negativen Wesenstest zu erreichen. Als Beweis wurde gestern ein Video vorgeführt, auf dem Sugar unter anderem von Mitarbeitern des Tierheims gewürgt wird.
Dirk Schrader, Chef der Tierklinik Rahlstedt und selber nicht unumstritten, wundert das nicht. Poggendorf hält er für anmaßend und inkompetent, beschuldigt ihn, im Tierheim habe "eine Atmosphäre des Terrors, des Schreckens und der Angst" geherrscht. "Kein Wunder, dass die Tiere ausgerastet sind." 16 Tiere habe er im Vertrauen auf Poggendorfs Gutachten eingeschläfert. "Doch die Tiere hatten bei den Wesenstests gar keine Chance", behauptet Schrader, der Anzeige erstattete." Er fühlt sich durch manipulierte Gutachten reingelegt: "Ich bin Opfer seiner Bemühungen, das Tierheim von diesen Hunden zu reinigen!" Nun wird wegen der vermeintlich grundlosen Tötung von Hunden gegen den Tierheim-Chef ermittelt. Wolfgang Poggendorf stand nicht für einen Kommentar zur Verfügung.