erstellt am:
KREMS / Verhöhnt und ausgelacht fühlte sich ein 22-jähriger Arbeitloser von AMS-Kursbesuchern. Zur Einschüchterung ließ der Erboste dann den Pitbull von der Leine.
VON JUTTA HAHSLINGER
Nichts Böses ahnend stiegen einige Kursteilnehmer aus dem Lift des Kremser AMS und marschierten plaudernd zum Seminarraum. Die heitere Unterhaltung der Leute kam bei einem arbeitslosen Rumänen (22) nicht gut an. Er fühlte sich von der Gruppe ausgelacht, und erbost ging er dieser schimpfend nach. Im Kurssaal ließ er dann mit den einschüchternden Worten: „Passt nur auf!“ seinen Pitbull von der Leine.
Während ein Großteil der Leute vor dem frei laufenden Kampfhund zur Salzsäule erstarrte, fasste sich ein Kremser ein Herz und fragte den erbosten Rumänen, was das eigentlich solle? Als Antwort bekam er eine schallende Ohrfeige und die Drohung, er werde auf ihn warten und ihm die Ohren abschneiden. Eine dazukommende AMS-Trainerin machte dem beängstigenden Szenario für die Kursteilnehmer dann ein Ende. Mit wenig freundlichen Worten empfing der aus dem Schlaf geweckte Rumäne auch seinen ehemaligen Vermieter, als ihn dieser überraschenderweise in der an und für sich schon geräumten Wohnung vorfand.
Rumäne hielt sich Hund und Würgeschlange in Wohnung „Ich habe nicht damit gerechnet, dass er noch da ist. Ich war mit dem Tischler da, um die von ihm demolierte Tür zu reparieren. Ich bin auch am Türeingang stehen geblieben, weil ich wusste, er hat einen Kampfhund und er hält sich in der Wohnung auch eine Boa (Würgeschlange). Frei, nicht in einem Terrarium. Er hat mich sofort wüst beschimpft und mich bedroht“, erinnert sich der Vermieter im Zeugenstand. „Ich habe mich so geärgert, dass ich ihm eine Ohrfeige versetzte“, gab der Rumäne die Attacke gegen den AMS-Besucher zu und räumte auch verbale Entgleisungen gegen diesen und seinen Ex-Vermieter ein. „Dass Sie Ihre Wutausbrüche nicht im Griff haben, zeigten Sie in Haft, wo Sie mit der Hand gegen die Wand droschen. Jetzt haben Sie eine Gipshand. Sie müssen gegen Ihre Aggressionen etwas unternehmen“, empfahl Richter Gerhard Wittmann dem 22-Jährigen eine Therapie und verhängte über den mehrfach Vorbestraften eine siebenmonatige Gefängnisstrafe.