http://www.rp-online.de/news/lokales/moers/2001-0716/m060000036_19601.html 16.07.01
Tierheim-Prozess: Schweriner Tierschützer Edmund Haferbeck erhebt schwere Vorwürfe gegen die Justiz
"Es geht hier um Wirtschaftskriminalität"
KAMP-LINTFORT (RP). Schwere Vorwürfe gegen die Justiz erhebt Tierschützer Edmund Haferbeck aus Schwerin: Im Tierheim-Prozess gegen Ilona Bongartz würden die kriminellen Hintergründe ausgespart und die verdeckten Recherchen einer Tierschützerin ignoriert, sagt er. "Es geht nicht eben nur um Tierquälerei, sondern um internationale Wirtschaftskriminalität in Größenordnungen, die wir in einem umfangreichen Strafantrag 1997 der Staatsanwaltschaft Moers mit Beweismittel vorgetragen haben", sagte gestern Edmund Haferbeck, der auch Vorsitzender des Bundesverbandes zum Schutz von Rechtsmissbrauch ist.
Diese Beweismittel seien in Zusammenarbeit mit einer Tierschützerin zusammengetragen worden, die verdeckt im Tierheim recherchiert und die dortigen Geschehnisse aufgedeckt habe. Die Staatsanwaltschaft habe die Unterlagen aber teilweise zurückgeschickt. Trotz erdrückender Beweislast seien die eigentlichen Straftaten nicht angeklagt worden.
In dem Tierheim, das Kooperationspartner des Deutschen Tierhilfswerks gewesen sei, seien systematisch Tierversuche durchgeführt worden, behauptet Haferbeck. Die Tierversuche und die Medikamenten-Hergabe seien von einem Schweizer Tierarzt initiiert worden, der wegen Mordes erstinstanzlich zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden sei, führte der Tierschützer weiter aus.
Er kritisierte weiterhin, dass der Leiter des Tierheimes nicht mit auf der Anklagebank sitze. Seine Vorwürfe seien beweisbar, beteuerte der Tierschützer gegenüber der RP. Laut Haferbeck soll die Tierschützerin, die verdeckt in dem Tierheim recherchiert habe, am Donnerstag, 19. Juli, in der Verhandlung vor dem Rheinberger Amtsgericht als Zeugin gehört werden. Dies hatten Tierversuchsgegner in den letzten Tagen gefordert.