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Collinghorst/Glansdorf Von Ole Cordsen 5. November 2009
Helmut Sterrenberg wundert sich über das Verhalten der Polizisten. Die Beamten hatten in Collinghorst seine zwei Münsterländer getötet - wohl aus Notwehr. Die beiden Hunde waren von Zuhause weggelaufen.
Collinghorst/Glansdorf - Immer wieder stockt Helmut Sterrenberg aus Glansdorf, wenn er darüber spricht, dass seine Jagdhündin Ada und sein junger Rüde Harras am Dienstagmorgen in Collinghorst von Polizisten erschossen wurden. Wie berichtet, waren beide Hunde von Zuhause weggelaufen. In einem Garten an der Fockpoolstraße haben sie laut Aussagen von Zeugen zunächst Kaninchen attackiert, sich angriffslustig gebärdet und die hinzugerufenen Beamten nach Polizeiangaben zähnefletschend bedroht.
Sterrenberg sagt: "Ich war nicht dabei, kann nicht beurteilen, was dort vorgefallen ist. Aber das Ganze macht mich nicht nur todtraurig, es hinterlässt mich auch ratlos, weil es für mich unvorstellbar ist." Gerade die achtjährige Ada sei seit vier Jahren ausgebildeter Jagdhund. "Sie hat sämtliche Prüfungen mit Bravour bestanden, die es für Jagdhunde auf dem Kontinent gibt", sagt Sterrenberg. Auch seien seine beiden Tiere niemals aggressiv aufgetreten, und sie hätten viel Kontakt mit Menschen und anderen Tieren gehabt.
Viel Erfahrung als Ausbilder von Jagdhunden
"Seit mehr als 15 Jahren schon bilde ich selbst Jagdhunde aus, bin dafür bundesweit bekannt, helfe anderen Haltern bei Problemen mit Tieren. Ich habe meine Hunde immer so ausgesucht, dass sie keinen Deut von Aggressivität zeigen", sagt Sterrenberg. Gerade für ihn als Jäger sei dies das absolut zentrale Kriterium: "Alles andere wäre völlig inakzeptabel. Wir haben ja auch eine Verantwortung gegenüber allen anderen Lebewesen", fügt der Glansdorfer an.
Er selbst war nicht zugegen, als die Hunde ausbüxten. "Meine Frau wollte mit ihnen spazieren gehen, hatte sie schon in den Auto-Kofferraum gebracht, musste aber noch für einen kurzen Moment zurück ins Haus. Bei der Rückkehr seien die Hunde verschwunden gewesen. Die Suche nach den Tieren blieb erfolglos.
Sterrenberg ist fassungslos, dass die Tiere direkt erschossen wurden
Dann kommt Sterrenberg erneut zu dem Thema, bei dem er immer wieder stockt: "Ich wäre so gern dabei gewesen, denn ich verstehe so vieles nicht. Und ich kann nicht glauben, dass es keine andere Handlungsmöglichkeiten für die Beamten gegeben hat, als die Tiere zu erschießen. Das ist mir völlig schleierhaft." Es tue ihm Leid, wenn seine Hunde eine Familie in Collinghorst verängstigt hätten und natürlich auch dafür, dass sie im Garten Zwergkaninchen angegriffen hätten: "Aber dass meine Beiden einfach erschossen werden, übersteigt alles, was ich in meinen 47 Jahren erlebt habe."